Milanisch - bussardisch - walisch - ….

Liebe Wildnisfreunde!

Hier schreibt Walli, Uwes Frau ;-)

Ich möchte ein paar Beobachtungen mit Euch teilen, die mich sehr fasziniert haben. 

Im Januar/Februar des Jahres saßen immer wieder größere Starenschwärme in unseren Bäumen. Neben dem üblichen Geschnatter, Gezische und Gequietsche, hörte ich immer wieder Rufe aus dem Baum, die von anderen Vögeln zu sein schienen. Mäusebussard? Ich schaute mich um…wo? Der Ruf des Milans? Jetzt schon?! Turmfalke? Nicht zu sehen! Waldkauz? Tagsüber????

Jetzt hatten sie sich verraten: welcher Waldkauz ruft schon tagsüber!? In den nächsten Wochen habe ich den Schwarm noch oft hören können. Im Moment höre und sehe ich immer nur Paare, deshalb muss ich Euch die Aufnahme schuldig bleiben.

Nehmt Euch einmal Zeit, wenn Ihr einen Starenschwarm seht. Setzt Euch in die Nähe und lauscht dieser unglaublichen Stimmen-Imitationsfähigkeit der Stare. „Spotten“ nennt man das Ganze. Stare machen sogar Rasenmäher und Handyklingeltöne nach;-)

Mich erinnerte es ein wenig an Dorie aus „Findet Nemo“, die „walisch“ spricht.

 

Frühling. Jetzt ist richtig was los da draußen! Im nahen Wald hört es sich morgens an, wie ein Konzert, wie eine Symphonie. Ich schreibe in jedem Jahr Naturbeobachtungen auf. Wann ich bestimmte Vögel zum ersten Mal höre oder sehe, wann sich die Kröten im Teich tummeln, die Erdbeeren reif sind oder das erste Damwildkitz beim Nachbarn zu sehen ist. Blättere ich durch die Jahre, so ist sehr erstaunlich, wie witterungsunabhängig die Gewohnheiten der Vögel sind. Die Zugvögel Richtung Norden immer zwischen dem 14. und 19. Februar - sogar bei dichtem Schneefall. Der erste morgendliche Amselgesang auf dem Hausdach stets Mitte Februar. Da gibt es noch viele ähnliche Beispiele. Nur das Hausrotschwänzchen, das hier weit verbreitet ist und sehr prägnant singt, lässt sich teils einen Monat länger Zeit.

 

Vögel beobachten kann man letztlich überall - ob in der Stadt oder auf dem Land. Da empfinde ich als ehemalige Kölnerin (immerhin 20 Jahre) keinen wesentlichen Unterschied. Kürzlich erzählte mir eine Freundin von einer Goldammer mitten in Köln. In Köln-Holweide sah ich einen Rotmilan und Fasanen, in einem Grünstreifen in Neuehrenfeld die stattliche Wacholderdrossel. Aktuell nisten hier am Haus in Bad Münstereifel wieder die Blaumeisen und die Hausrotschwänzchen. Im letzten Jahr hab ich mit einer jungen Blaumeise ein Schwätzchen gehalten (Fotos siehe rechts).

 

Im Mai kommt Ralph Müller wieder ins Wildniscamp nach Dahlem. Mit ihm in den Wald zu gehen, in die Vogelwelt abzutauchen, ist ein besonderer Genuss. Manchmal kommt es mir vor, als würde er dieses Vogelkonzert dirigieren. Er bringt das Thema „Vögel“ rüber, als wäre es noch immer sein Hobby: mit Begeisterung und unglaublicher Neugier. Und er lässt im Kurs den Funken überspringen. Dabei geht es ganz sicher nicht nur darum, Euch Antworten zu geben, sondern vielmehr darum, Eure Sinne zu schärfen, Euch auszurüsten für den Alleingang. Für Euren Ausflug in die Welt der gefiederten Freunde.

Seid dabei!